Funktionieren oder Leben – Wie du aus dem Funktionsmodus aussteigst und wieder ins Spüren kommst
Immer wieder sagen meine Klient:innen diesen Satz: „Ich funktioniere halt.“ Dieser Funktionsmodus klingt harmlos, ist aber in Wahrheit ein sehr belastender Zustand. Man fühlt sich taub, abgeschnitten von den eigenen Bedürfnissen und Gefühlen, wie eine Maschine, die nur noch To-dos abarbeitet. In diesem Blogartikel schauen wir genauer hin: Was bedeutet es, im Funktionsmodus festzustecken? Welche Signale schickt dir dein Körper? Und vor allem – wie kannst du wieder ins bewusst Leben zurückfinden?
Was bedeutet Funktionsmodus eigentlich?
Im Funktionsmodus läuft man wie ein Roboter: man erledigt Aufgaben, aber ohne echten Kontakt zu sich selbst. Freude, Lebendigkeit oder tiefe Entspannung fehlen. Es fühlt sich an, als würde man nur noch „durchziehen“ – sei es im Job oder im Alltag.
Typische Gedanken sind:
- „Ich muss das noch schaffen, dann darf ich ausruhen.“
- „Es geht nicht um mich, es geht ums Weitermachen.“
- „Ich halte das schon irgendwie durch.“
Doch dieses Durchhalten hat einen hohen Preis: Der Körper und seine Bedürfnisse und Gefühle werden übergangen.
Typische Anzeichen, dass du nur funktionierst
Wenn du im Funktionsmodus hängst, zeigt sich das oft an klaren Signalen:
- Dauerhafte Erschöpfung und Müdigkeit
- Verspannungen, Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen
- Gereiztheit, Nervosität, schnelle Überforderung
- Flache Atmung, wenig Lebendigkeit
- Schwierigkeiten abzuschalten – selbst im Urlaub oder abends im Bett
All das sind Hinweise, dass dein Körper auf „Alarm“ steht und dringend eine Pause oder Veränderung braucht.
Woher kommt dieses Muster?
Schon früh lernen wir: „Reiß dich zusammen, stell dich nicht so an, sei fleißig.“ Anerkennung ist oft an Leistung geknüpft. So kann unbewusst das Gefühl entstehen: „Ich bin nur wertvoll, wenn ich etwas schaffe.“
Dieses Muster zieht sich oft durch das ganze Leben: Wir glauben, wir müssen erst etwas leisten, bevor wir entspannen oder uns etwas gönnen dürfen. In Wahrheit ist das ein Trugschluss. Wir können jederzeit in Kontakt mit uns kommen – und das wirkt sich direkt positiv auf unser Wohlbefinden aus.
Was passiert im Körper beim Funktionieren?
Der Körper ist keine Maschine. Doch wenn wir uns wie eine behandeln, entstehen Abnutzungserscheinungen:
- Monotone Bewegungen (Computerarbeit, Handy-Daumen) führen zu Schmerzen und Steifheit.
- Dissoziation: Man spürt Hunger, Durst, Müdigkeit oder den Harndrang nicht mehr.
- Emotionen werden abgeschnitten, Freude oder Trauer sind kaum noch spürbar.
Und ja, kurzfristig kann unser Körper auch sehr viel leisten. Aber langfristig führt dieser Modus zu Stresssymptomen, chronischen Schmerzen oder Krankheiten. Dein Körper wird immer lauter, wenn er nicht gehört wird. Drum ist es sehr lohnend, hinzuhören und zu schauen, was du verändern kannst!
Erste Schritte raus aus dem Funktionsmodus
Der wichtigste Schritt: Bemerke, dass du gerade funktionierst. Dieses Erkennen öffnet die Tür zur Veränderung.
Konkrete Übungen, die dir helfen können:
- Füße spüren: Stelle beide Füße bewusst auf den Boden und nimm wahr, wie sie aufliegen.
- Atmung vertiefen: Beobachte deine Atmung. Ist sie flach? Dann nimm ein paar tiefere Atemzüge.
- Gefühle zulassen: Auch wenn es unangenehm ist – spüre, was da ist. Überforderung, Hilflosigkeit oder Druck verändern sich, wenn du ihnen Raum gibst.
Schon kleine Momente der Präsenz können dir helfen, wieder Verbindung zu dir aufzubauen.
Dein Körper kennt den Weg
Wenn du aufhörst zu funktionieren und beginnst hinzuspüren, zeigt dir dein Körper, was für dich richtig ist. Vielleicht ist es eine Pause, ein Gespräch, eine Veränderung im Job oder einfach mehr Bewegung. Dein Körper sendet dir Signale. Und du kannst lernen sie wahrzunehmen.
Fazit: Raus aus dem Funktionsmodus – rein ins Leben
Funktionieren ist ein Schutzmechanismus. Aber wenn er zum Dauerzustand wird, kostet er dich Lebenskraft, Gesundheit und Freude. Dein Körper ist dafür gemacht, lebendig zu sein – nicht wie eine Maschine zu funktionieren. Auch wenn du das Gefühl hast, du MUSST und „Da wird sich nie etwas ändern“ – schau hin oder hol dir Hilfe, damit du aus dem Funktionsrad aussteigen kannst.