Lange Zeit war ich der festen Überzeugung, dass manche Frauen halt schlimme Regelschmerzen haben, und andere weniger. Diese Überzeugung ist aus meiner eigenen Erfahrung gekommen. Meine Zyklen waren relativ unregelmäßig, und kurz vor der Periode habe ich eigentlich immer einen halben bis ganzen Tag lang an Krämpfen gelitten. Ich habe Verschiedenes ausprobiert, um meine Regelbeschwerden zu lindern, aber immer mit der Meinung im Hinterkopf, dass es halt dazu gehört, dass ich in diesen Tagen eingeschränkt bin.

Mittlerweile arbeite ich als Grinberg-Praktikerin mit Menschen, die mit irgendeinem Leidensdruck zu mir kommen. Oft sind das wiederkehrende Schmerzen oder Verspannungen, oder eben auch Regelbeschwerden. Und es ist immer wieder schön zu erleben, wenn meine Klient*innen Aha-Momente haben, in denen sie merken, wie sehr sie ihr Erleben beeinflussen können. Der springende Punkt ist hierbei die Aufmerksamkeit. Und die kann man glücklicherweise schulen!

Ich habe seit Jahren kaum mehr Regelbeschwerden, und wenn, dann kann ich zuordnen, wieso. Und das Ermächtigende ist: ich weiß, dass ich etwas verändern kann! Um dieses Wissen weiterzugeben, habe ich dir hier vier Gründe zusammengestellt, die meiner Erfahrung nach stark zu Regelschmerzen beitragen.

4 Gründe für Regelschmerzen:

Du rechnest damit, dass es wieder schlimm werden wird

Trifft das auf dich zu? Du hast schon so viele Monate oder Jahre mit immer wiederkehrenden Schmerzen hinter dir, dass du nicht dran glaubst, dass es anders sein könnte? Das kann ich, wie gesagt, gut nachvollziehen. Wenn du aber im Vorhinein schon “weißt”, was passieren wirst, nimmst du dir die Chance, etwas zu verändern.

Du ziehst deinen Bauch ein

Viele Frauen neigen dazu, den Bauch einzuziehen, um nicht dick oder schwanger auszusehen. Ich hab das auch lange so gemacht, und es war mir kaum bewusst. Unseren Organen tun wir dadurch nichts Gutes, denn sie werden so eingeengt. Wenn wir die meiste Zeit mit angespanntem Bauch verbringen, dann ist es kein Wunder, dass uns auch während der Regel das Entspannen schwerfällt.

Du willst den Schmerz vermeiden

Na eh logisch, oder?! Wenn uns etwas weh tut, schreckt uns das. Wir werden kurz aufmerksam auf die besagte Körperstelle, neigen aber dazu die Luft anzuhalten und uns zu verkrampfen. So als könnten wir dem Schmerz ausweichen. Das führt leider dazu, dass unser Körper weniger Energie bereit hat, um sich um die betroffene Stelle zu kümmern.

Du willst genauso viel leisten und schaffen wie sonst auch

Solange wir menstruieren, stellt unser Körper in jedem Zyklus alles bereit, damit sich eine Eizelle einnisten und ein Embryo entstehen kann. Wenn das nicht passiert, bluten wir. Wieviel Aufwand und Arbeit das für unseren Körper darstellt, ist uns dabei meist wenig bewusst. Denn wir haben ja Dinge zu tun, Arbeit zu erledigen, Kinder zu versorgen, und so weiter. Dabei liegt gerade in der “Passivität” der Regel (die ja wie die Verdauung ohne unser Zutun einfach passiert) eine immense Kraft.

Kannst du mit einem oder mehreren der Punkte was anfangen oder dich wiedererkennen? Ja? Was kannst du jetzt also tun?

Die ersten Schritte, um deine Regelbeschwerden zu lindern:

Was du als erstes tun kannst, um deine Beschwerden zu lindern, ist den Ist-Zustand festzustellen. Ganz ohne Bewertung, einfach mal wahrnehmen:

  • Wie fühlst du dich im Bezug auf deine Regel?

  • Was erwartest du von ihr?

  • Was erwartest du von dir selbst in dieser Zeit?

  • Welche Art von Schmerz hast du? Wie lange hält er an?

  • Und wie gehst du, im Allgemeinen, mit deinem Bauch um?